Die Rieselfelder bei Münster/Westfalen, ein Paradies aus Menschenhand


Kanadagänse auf den Rieselfeldern bei Münster/Westfalen

Ornithologische Mehrtagsexkursion 
von Mittwoch, 21.04.2010 - Samstag, 24.04.2010
Führung: Bernd Remelius, Hettenleidelheim

Das Ziel dieser Exkursion des Ornithologischen Arbeitskreises bei der POLLICHIA Kreisgruppe Bad Kreuznach war diesmal das etwa 6 km nördlich des Stadtzentrums von Münster/Westfalen gelegene Europareservat "Rieselfelder Münster". Das bis 1975 für die Abwasserentsorgung genutzte Gelände wurde auf Grund seines großen Nahrungsangebots zu einem bedeutenden Brut-, Rast- und Mauserplatz besonders für Wat- und Entenvögel. Für Zugvögel ist das Gelände ein wichtiger Trittsteinbiotop. Die Anzahl der Arten, die beobachtet werden können, schwankt deshalb im Verlauf des Jahres beträchtlich. Auf Grund der Trockenlegung von Feuchtgebieten und deren anschließender landwirtschaftlicher Nutzung ist das Europareservat "Rieselfelder Münster" im weiten Umkreis das einzige größere Habitat für Wasservögel.
Betreut wird das Gelände von der Biologischen Station
Da das Gebiet ein beliebtes Ausflugsziel für Radwanderer ist, ist ein Besuch des Europareservats "Rieselfelder Münster" für die Vogelbeobachtung an Wochenenden weniger zu empfehlen. Um Störungen der Vögel durch Besucher zu vermeiden, ist das Gelände in das nördlich gelegenen Reservat oder Naturschutzgebiet und das südöstlich angrenzende, erst vor einigen Jahren wieder vernässte Naturerlebnisgebiet aufgeteilt. Es hat sich allerdings bald danach gezeigt, dass die Wat- und Entenvögel eher im Bereich des Naturerlebnisgebietes anzutreffen waren. 
Gegenwärtig wird das Gebiet mit gereinigtem Abwasser von Kläranlagen versorgt. Dadurch ist das Nahrungsangebot für die Wasservögel und damit deren Anzahl zurückgegangen.

Folgende Vogelarten konnten beobachtet werden:

Lappentaucher und Kormorane

Kormoran (Phalacrocorax carbo) einige    

Reiher, Störche, Ibisse

Graureiher (Ardea cinerea) einzelne Silberreiher (Egretta alba) 1 Exemplar
Weißstorch (Ciconia ciconia) einige    

 Entenvögel

Höckerschwan (Cygnus olor) einige Stockente (Anas platyrhynchos) einige
Graugans (Anser anser) zahlreich Löffelente (Anas clypeata) einige
Kanadagans (Branta canadensis) mehrere Krickente (Anas crecca) einige

Brandgans (Tadorna ferruginea)

einige Tafelente (Aythya ferina) vereinzelt
Nilgans (Alopochen aegyptiacus) 1 Exemplar Reiherente (Athya fuligula) vereinzelt
Schnatterente (Anas strepera) zahlreich    

Greifvögel und Falken

Rohrweihe (Circus aeruginosus) 2 Exemplare Turmfalke (Falco tinnunculus) einige
Mäusebussard (Buteo buteo) 2 Exemplare

Hühnervögel, Rallen, Kraniche

Fasan (Phasianus colchicus) verbreitet Blesshuhn (Fulica atra) mehrere
Teichhuhn (Gallinula chloropus) einige    

Watvögel

Austernfischer (Haematopus astralegus) 1 Exemplar Rotschenkel (Tringa totanus) vereinzelt

Flussregenpfeifer (Charadrius dubius)

mehrere

Dunkler Wasserläufer (Tringa erythropus)

mehrere
Kiebitz (Vanellus vanellus) einige Grünschenkel (Tringa nebularia) mehrere
Alpenstrandläufer (Calidris alpina) einige

Flussuferläufer (Actitis hypoleucos)

1 Exemplar
Kampfläufer (Philomachus pugnax) einige Waldwasserläufer (Tringa ochropus) 1 Exemplar
Uferschnepfe (Limosa limosa) mehrere    

Möwen und Seeschwalben

Lachmöwe (Larus ridibundus) zahlreich

Heringsmöwe (Larus fuscus)

einige

Weißkopfmöwe (Larus cachinnans)

vereinzelt Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger) 1 Exemplar

Silbermöwe (Larus argentatus)

vereinzelt    

Tauben und Kuckucke

Ringeltaube (Columba palumbus) verbreitet Kuckuck (Cuculus canorus) vereinzelt
Türkentaube (Streptopelia decaocto) vereinzelt    

Eisvögel und Spechte

Buntspecht (Dendrocopos major) 1 Exemplar    

Sperlingsvögel

Rauchschwalbe (Hirundo rustica) vereinzelt Fitis (Phylloscopus trochilus) verbreitet
Mehlschwalbe (Delichon urbica) 1 Exemplar Zilzalp (Phylloscopus collybita) verbreitet
Bachstelze (Motacilla alba) vereinzelt Sumpfmeise (Parus palustris) 1 Exemplar
Schafstelze (Motacilla flava iberiae) vereinzelt Blaumeise (Parus caeruleus) vereinzelt
Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) vereinzelt Kohlmeise (Parus major) vereinzelt

Heckenbraunelle (Prunella modularis)

vereinzelt Kleiber (Sitta europaea) vereinzelt
Rotkehlchen (Erithacus rubecula) vereinzelt Star (Sturnus vulgaris) einige
Nachtigall (Luscinia megarhynchos)* vereinzelt Elster (Pica pica) vereinzelt

Blaukehlchen (Luscinia svecica)

vereinzelt Dohle (Corvus monedula) zahkreich
Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) 1 Exemplar  Aaskrähe (Corvus corone) vereinzelt
Amsel (Turdus merula) verbreitet Feldsperling (Passer montanus) vereinzelt
Singdrossel (Turdus philomelos) einige Haussperling (Passer domesticus) einige
Gartengrasmücke (Sylvia borin) 1 Exemplar Buchfink (Fringilla coelebs) vereinzelt
Klappergrasmücke (Sylvia curruca) 1 Exemplar Grünling (Carduelis chloris) 1 Exemplar

Dorngrasmücke (Sylvia communis)

2 Exemplare Stieglitz (Carduelis carduelis) vereinzelt

Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla)

mehrere Rohrammer (Emberiza schoeniclus) verbreitet
 
Für Besucher mit längeren Anfahrtswegen und mehrtägigem Aufenthalt in der Region ist ein Besuch des Allwetterzoos in Münster zu empfehlen. Dieser Zoo hat besonders gekennzeichnete überdachte Rundwege, die auch bei regnerischem Wetter begangen werden können.
Käfige und Freianlagen sind großzügig ausgestattet und gartenarchitektonisch hervorragend in das in das Gelände eingebunden. Ungewöhnlich groß ist die Freifluganlage für Greifvögel, in der die natürlichen Verhaltensweisen der Tiere zu sehen sind.
Vielfach wird dem Besucher ein hautnaher Kontakt mit den Tieren ermöglicht.
Seiner Funktion als Lernort wird der Zoo dadurch gerecht, dass auf zahlreichen Informationstafeln ökologische und ethologische Sachverhalte anschaulich dargestellt werden. Im Eingangsbereich befindet sich die Ausstellung BioCity, die sich zur Zeit mit den Kampf gegen den Verlust der Biodiversität auf der Erde befasst..

Zusammengestellt von Günter Wrusch, Meisenheim