Die Brenne - Landschaft der 1000 Teiche - (Frankreich)


Europäische Sumpfschildkröten (Emys orbicularis) an einem Fischteich


Exkursion von Donnerstag, 14.06.2001 bis Samstag, 23.06.2001
Leitung : Prof. Dr. Günter Preuß, Annweiler

Der Parc Naturel Regional de la Brenne umfasst 166 000 Hektar, auf denen 33 000 Einwohner leben. Das Creuse-Tal trennt die ,,Zentrale Brenne“ im Norden von der ,,Kleinen Brenne“ im Süden. Die Brenne ist vor allem für ihre tausend Seen bekannt, die sich über eine ganz flache Landschaft verstreuen und denen sie ihren ökologischen Reichtum verdankt. Die Brenne steht an vierter Stelle der französischen Feuchtzonen mit internationaler Wichtigkeit (n.d. Platzierung der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur). Der Parc Naturel Regional, wurde 1989 gegründet mit einer doppelten Aufgabe. Er soll zum wirtschaftl. Aufschwung der Brenne beitragen und über den Schutz des französischen Natur- und Kulturgutes wachen. Es wird vieles unternommen, damit die notwendige Entwicklung der Land­wirtschaft, Fischzucht, künstlerische und industrielle Aktivitäten sowie der Tourismus gleichzeitig mit dem Schutz der Umwelt einhergeht. Der Naturpark ist kein Freizeitpark, sondern ein Gebiet in dem Menschen leben und arbeiten.

Die Brenne verfügt über eine ganz besonders reiche und verschiedenartige Fauna und Flora. Die zahlreichen Teiche mit ihrem Fischreichtum, den Hecken und Schilfgürteln sind ein Paradies für Vögel. Die Brenne soll von Insidern als das schönste Vogelparadies Frankreichs bezeichnet werden - ein Vogelparadies ohne Zäune oder Gitter. Angeblich sollen hier mehr als 250 Vogelarten beobachtet werden können z.B. Rohrweihe, Rohrschwirl, Rohrdommel, Zwergdommel, Schwarzhalstaucher, Baumfalken, Schilf-, Teich-Rohrsänger, Weißbart-Seeschwalbe, Grau-, Purpur-, Silber- und Nachtreiher, Kormorane sowie zahlreiche Schwimm- und Tauchenten. Zu den größten und gleichzeitig omithologisch interessantesten Teichen gehören der Etang de la Gabrière, der Etang de Chérine und der Etang de la Mer Rouge.

Das immense Feuchtgebiet ist aber auch für Insekten und Amphibien ein Paradies: 30 Libellenarten wurden hier gezählt und im Frühsommer ist das Konzert der Wasserfrösche ohrenbetäubend.

Tausende von europäischen Wasserschildkröten leben in den Seen der Brenne, das größte Vorkommen dieser Schildkrötenart in Frankreich und vielleicht sogar in Europa.

Außer sehr viel Natur, verfügt die Brenne aber auch über zahlreiche sehenswerte Kulturdenkmäler, wie das Château Guillaume, Château du Bouchet bei dem angebl. schönsten Dörfchen der Brenne, dessen Häuser aus rotem Sandstein gebaut sind, dem Château Naillac, in dem heute das Ökomuseum der Brenne untergebracht ist, Château d'Ingrandes, der Park und Garten des Chäteau D'Azay-le-Ferron, die Abtei Notre Dame in Frontgombault die Chapelle Saint-­Sulpice, Eglise de Méobecq und vieles mehr. Sehenswert sind auch die malerischen Weiler Prè-Picault, La Bigoureau, La Boudinière, Rocheblond und Jovard.  

Folgende Standorte  wurden für die Vogelbeobachtung aufgesucht (Eine Karte der Region mit einer Beschreibung der Beobachtungspunkte ist unter „Nature et observation“ zu finden):

Etang de Mouton,
Etang du Coudreau,
Etang de la Mer Rouge,
Etang Massé,
Etang de la Gabrière,
Etang de Blizon,
Etang de Pégu,
Etang Neuf,
Neuer Teich bei Mézières,
Etangs Foucault,
Chemin du Blizon,
Chemin de Beauregard

Folgende Vogelarten konnten beobachtet werden:

Haubentaucher (Podiceps cristatus), verbreitet, Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis), einige, Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis), verbreitet, Kormoran (Phalacrocorax carbo), einige, Nachtreiher (Nycticorax nycticorax), verbreitet, Kuhreiher (Bubulcus ibis), einige, Seidenreiher (Egretta garzetta), verbreitet, Silberreiher (Egretta alba), einige, Graureiher (Ardea cinerea), verbreitet, Purpurreiher (Ardea purpurea), verbreitet, Kanadagans (Branta canadensis), wenige, Stockente (Anas platyrhynchos), verbreitet, Schnatterente (Anas strepera), einige, Löffelente (Anas clypeata), wenige, Kolbenente (Netta rufina), wenige, Tafelente (Aythya ferina), verbreitet, Reiherente (Athya fuligula), wenige, Schwarzmilan (Milvus migrans), einige, Wiesenweihe (Circus pygargus), vereinzelt, Kornweihe (Circus cyaneus), 1 Exemplar, Wespenbussard (Pernis apivorus), 1 Exemplar, Mäusebussard (Buteo buteo), wenige, Zwergadler (Hieraaetus pennatus), wenige, Schlangenadler (Cicaetus gallicus), 1 Exemplar, Turmfalke (Falco tinnunculus), wenige, Rebhuhn (Perdix perdix), wenige, Fasan (Phasianus colchicus), wenige, Teichhuhn (Gallinula chloropus), einige, Blässhuhn (Fulica atra), verbreitet, Stelzenläufer (Himantopus himantopus), wenige, Flussregenpfeifer (Charadrius hiaticula), einige, Kiebitz (Vanellus vanellus), einige, Lachmöwe (Larus ridibundus), zahlreich, Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger), wenige, Weißbart-Seeschwalbe (Chlidonias hybridus), zahlreich, Ringeltaube (Columba palumbus), einige, Türkentaube (Streptopelia decaocto), einige, Turteltaube (Streptopelia turtur), wenige, Kuckuck (Cuculus canorus), vereinzelt, Schleiereule (Tyto alba), vereinzelt, Migné, Waldkauz (Strix aluco), vereinzelt, Migné, Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), vereinzelt, Migné, Mauersegler (Apus apus), einige, Eisvogel (Alcedo atthis), 1 Exemplar, Grünspecht (Picus viridis), vereinzelt, Feldlerche (Alauda arvenis), einige, Heidelerche (Lullua arborea), 1 Exemplar, Rauchschwalbe (Hirundo rustica), verbreitet, Mehlschwalbe (Delichon urbica), verbreitet, Baumpieper (Anthus trivialis), vereinzelt, Bachstelze (Motacilla alba), einige, Zaunkönig (Troglodytes  troglodytes), verbreitet, Heckenbraunelle (Prunella modularis), einzelne, Rotkehlchen (Erithacus rubecula), einzelne, Nachtigall (Luscinia megarhynchos), einige, Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros), einige, Schwarzkehlchen (Saxicola torquata), verbreitet, Amsel (Turdus merula), wenige, Singdrossel (Turdus philomelos), einige, Misteldrossel (Turdus viscivorus), einige, Seidensänger (Cettia cetti), wenige, Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus), einige, Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus), verbreitet, Orpheusspötter (Hippolais polyglotta), einige, Gartengrasmücke (Sylvia borin), einige, Dorngrasmücke (Sylvia communis), einige, Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla), vereinzelt, Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix), wenige, Fitis (Phylloscopus trochilus), wenige, Zilzalp (Phylloscopus collybita), wenige, Grauschnäpper (Ficedula hypoleuca), 1 Exemplar, Kohlmeise (Parus major), vereinzelt, Blaumeise (Parus caeruleus), vereinzelt, Schwanzmeise (Aegithalos caudatus), wenige, Migné, Kleiber (Sitta europaea), vereinzelt, Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla), wenige, Neuntöter (Lanius collurio), verbreitet, Rotkopfwürger (Lanius senator), 1 Exemplar, Star (Sturnus vulgaris), verbreitet, Pirol (Oriolus oriolus), vereinzelt, Eichelhäher (Garrulus glandarius), vereinzelt, Elster (Pica pica), vereinzelt, Dohle (Corvus monedula), wenige, Migné, Rabenkrähe (Corvus corone), wenige, Haussperling (Passer domesticus), wenige, Buchfink (Fringilla coelebs), verbreitet, Girlitz (Serinus serinus), einzelne, Grünling (Carduelis chloris), wenige, Stieglitz (Carduelis carduelis),  einzelne, Hänfling (Carduelis cannabina), einige, Goldammer (Emberiza citrinella), einige, Zaunammer (Emberiza cirlus), 1 Exemplar.

Weitere Vogelbeobachtungen

Andere Tierarten:

Hirschkäfer (Lucanus cervus), verbreitet, Balkenschröter (Dorcus parallelopipedus), 1 Exemplar, Wasserfrosch (Rana esculenta), sehr zahlreich, Schlammtaucher (Pelodytes punctatus), zahlreich, Migné, Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis), verbreitet, Mauereidechse (Lacerta muralis), einzelne, Smaragdeidechse (Lacerta viridis), 1 Exemplar.

Zusammengestellt von Günter Wrusch, Meisenheim