Botanische Vielfalt im Bereich des Burgbergs der Altenbaumburg


 

Botanische Exkursion am Donnerstag, 20.05.2004

Führung: Robert Fritsch, Idar-Oberstein

 


Nelkenhafer (Aira caryophyllea) auf dem Burgberg der Altenbaumburg


Exkursion mit (überwundenen) Hindernissen 

Die jährliche Tagesexkursion der Pollichia-Kreisgruppe und des Botanischen Arbeitskreises an Christi Himmelfahrt sollte in diesem Jahr unter Leitung von Robert Fritsch (Idar-Oberstein) zu Trockenhängen in der Umgebung von Bayerfeld-Steckweiler im Alsenztal führen. Eine aufmerksame Teilnehmerin entdeckte am Vortag eine Zeitungsankündigung, aus welcher hervorging, dass wegen eines Fahrrad-Erlebnistages die Umgebung des Exkursionszieles für Autos gesperrt sein würde. Rasch disponierte man um, fing die teils von weither anreisenden Teilnehmer vor den Sperrschildern ab und geleitete sie zu einem Ausweich-Exkursionsziel, dem Burgberg der Altenbaumburg. Die Umgebung der Burgruine weist eine beachtliche botanische Vielfalt auf, und keiner der Teilnehmer empfand die Programmänderung als Notlösung.

Von den seltenen Pflanzen sei eine kleine Auswahl von Arten genannt, die blühend oder fruchtend angetroffen wurden: Felsen-Ahorn (Acer monspessulanum), Garten-Kerbel (Anthriscus cerefolium), eine typische „Burgenpflanze“, Zwergmispel (Cotoneaster integerrimus), Bleicher Schöterich (Erysimum crepidifolium), Zwiebel-Rispengras (Poa bulbosa), Weichsel-Kirsche (Prunus mahaleb) und Frühlings-Ehrenpreis (Veronica verna).

Auf schmalem Pfad ging es dann über den Kamm nordöstlich der Burg bergauf. Auf saurem, flachgründigem Boden erfreute der zarte Flor des in großen Beständen vorkommenden Nelkenhafers (Aira caryophyllea), einem der zierlichsten Gräser unserer Heimat (32 U 04 16349, 55 15653).

Da eine in der Karte eingezeichnete Gabelung des Pfades übersehen wurde oder nicht mehr existiert, geriet die (übrigens erfreulich große) Teilnehmergruppe in einen unwegsamen Steilhang und musste sich vorsichtig talwärts bis zu einem Pfad durchkämpfen, was auch den bis über 80-jährigen Senioren mit der nötigen Vorsicht gelang. Entschädigt wurde man für die Kletterpartie durch prächtige Bestände des Diptam (Dictamnus albus) und der Astlosen Graslilie (Anthericum liliago). Die Pechnelke (Silene oder Lychnis viscaria) fiel, obwohl weniger zahlreich, durch ihre leuchtende Blütenfarbe ins Auge. Nur an einer Stelle war das Blaugrüne Labkraut (Galium glaucum) zu sehen (32 U 04 16359, 55 15396).

Es schloss sich eine lange Wanderung an, die in ein Trockental mit relativ artenarmem Wald führte. Nachdem dessen oberes Ende erreicht war, schlugen die Wanderer den über die Höhe führenden Rückweg zum Parkplatz ein. Dabei kamen sie an einer bodensauren Lichtung mit zahlreichen Exemplaren des Kleinen Filzkrautes (Filago minima) und des Bauernsenfs (Teesdalia nudicaulis) vorbei. Kurz vor Erreichen des Parkplatzes war ein prächtiger Speierling (Sorbus domestica) zu bewundern, über dessen Nutzung Hans Faus ausführlich zu berichten wusste.

Danach geleitete Robert Fritsch die Autokolonne zum zweiten Exkursionspunkt, den Teichen an der B 48 südlich Hochstätten, die vor einiger Zeit von der POLLICHIA aufgekauft wurden. Als Kontrastprogramm konnte er hier zahlreiche Pflanzen der Feuchtgebiete demonstrieren, darunter auch ziemlich seltene Arten wie die Berle (Berula erecta) und den Gift-Hahnenfuß (Ranunculus sceleratus). Eindrucksvolle Begleitmusik war das Quaken einer großen Gruppe des Grünen Wasserfroschs in einem der Teiche (32 U 04 16349, 55 10840).

Mit dem Dank an den Exkursionsleiter wurde der Wunsch verbunden, im nächsten Jahr die ursprünglich vorgesehenen Exkursionsziele an einem anderen Wochenende aufzusuchen.

Koordinatensystem: UTM

 Zusammengestellt von Dr. Hans Reichert

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